Ratten der Lüfte – warum Sie vorsichtig sein sollten beim Kontakt mit Tauben

Ratten der Lüfte

In vielen großen Städten gibt es mindestens einen Pigeon Plaza, wo eine Menge Tauben zusammen kommen. In vielen Gebieten werden die Tiere als Attraktion angepriesen und gefeiert und in einigen Städten wird sogar Futter für die Tauben an Touristen verkauft. Die Besucher dieser „Tauben-Plätze“ freuen sich dann über Fotos mit einer Horde Tauben auf deren Armen und Händen. Eigentlich eine win-win-Situation, weil die Stadt um eine Attraktion reicher ist und die Touristen eine schöne Zeit in der Natur verbringen konnten.


Warum Tauben als Ratten der Lüfte bezeichnet werden


Tauben wird nachgesagt, dass sie schmutzig sind und Krankheiten übertragen. Im Volksmund werden sie deswegen auch immer wieder als „Keimschleuder“ oder sogar als „Ratten der Lüfte“ bezeichnet. Der Grund dafür ist sicher auch, dass das Gefieder der Tiere häufig staubig und verklebt aussieht und für uns somit als dreckig gilt.


Ganz entgegen unserer Erwartung haben bisher allerdings schon mehrere Tierärzte Tests an und mit Tauben durchgeführt. Dabei haben sie herausgefunden, dass Tauben nicht mehr Krankheiten übertragen als andere Tiere. Es sei wohl kein einziger Fall bekannt, bei dem Tauben als Auslöser für eine Krankheit oder sogar eine Epidemie galten. Krankheiten, die von Vögeln auf Menschen übertragen werden können, werden als Ornithosen bezeichnet und sind meldepflichtig. Das Robert-Koch-Institut konnte seit zehn Jahren keinen Fall einer Krankheit nennen, die durch eine Taube übertragen wurde.


Die Folge der Verteufelung von Tauben


Auch wenn nachgewiesen ist, dass Tauben keine Krankheiten auf den Menschen übertragen, wissen das viele Menschen nicht. Deswegen hört man immer noch viele Eltern ihren Kindern sagen, dass sie sich von Tauben fernhalten sollen. In vielen großen Städten Europas, vor allem in London und Berlin, wird sogar massiv gegen Tauben vorgegangen. Findet man nämlich Taubeneier, dann werden diese gegen Gipsattrappen ausgetauscht und die Tauben somit ihren Babys bestohlen. Auf diese Weise hofft man die Population von Tauben klein zu halten und eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern.


Vogelschutzvereine warnen allerdings schon jetzt davor zu streng gegen Tauben vorzugehen. Wenn wir weiter so machen, müssen wir fürchten, dass die Tiere bald ganz aus unseren Städten verschwinden. Deswegen versuchen Aktivisten weiterhin Plätze für Tauben zu schaffen, an denen Sie Nahrung, Wasser und geeignete Brutplätze finden können, wo ihnen nicht ihre Eier weggenommen werden.


Sollten Sie also das nächste Mal eine Taube sehen und sich innerlich vielleicht ein wenig ekeln, dann denken Sie daran, dass Sie nichts fürchten müssen. Tauben sind nur mindestens genauso dreckig wie alle anderen Vögel auch.

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